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  • Philippe Hauenstein – Bibel Coaching

Deine Gefühle als Geschenk betrachten

Kennst du Menschen, die in dieser Corona Krise sich keine Gefühlsregung anmerken lassen? Menschen, die mit stoischer Routine jeden Tag durchleben, als wäre es keine es ausserordentliche Situation? Der Tagesablauf ist minutiös durchstrukturiert. Auf die Minute genau wird gegessen, geduscht, mit der Arbeit gestartet, Kaffee konsumiert, Feierabend gemacht, TV geschaut, zu Bett gegangen. Solche Menschen würden ihr Leben und ihre Beziehungen zu anderen Menschen niemals als «flammende Leidenschaft» bezeichnen. Aber sie sind gut eingespielt, obwohl sich in letzter Zeit vieles wie ein Alltagstrott anzufühlen scheint. Aber Gefühle werden konsequent verdrängt. Damit laufen diese Menschen auch nicht Gefahr, in ein emotionales Tief zu geraten, wie viele andere, die während der Corona Pandemie sogar mit Depressionen kämpfen. Es sind Menschen, die durch ihren Lebensstil nie die Tiefen äußerster Niedergeschlagenheit oder Verzweiflung erlitten, aber auch nie die Höhen der Leidenschaft und des Glücksgefühls erlebt haben. Solche Menschen laufen irgendwann Gefahr, emotional zu verkümmern, weil sie nicht erkennen, wie sie ihr Herz zum Schlagen bringen können. Woher kommt die Corona Depression? Stehen nicht vor jeder psychischen Krise zuerst die eigenen Gefühle?

📷 Kira auf der Heide, unsplash.com


In unserem Körper herrscht ein Wettbewerb der Gefühle. Wie wir damit umgehen, entscheidet über unser künftiges Gefühlsleben. Gefühlsstarre Verhaltensweisen schleichen sich nur langsam und schrittweise ein. Ursache davon ist, wenn wir die großen Gefühle immerzu vermeiden oder unsere Gefühle sogar ganz generell verleugnen. Es ist ratsam, wenn du Gefühle, die du in diesem Augenblick verspürst, als ein Geschenk, als eine Leitlinie, als einen Aufruf zum Handeln erkennst. Mit Gefühlen umgehen heißt nicht, sie zu unterdrücken oder sie aufzublähen. Denn in den meisten Fällen sind wir selbst die Urheber und die Verstärker unserer Gefühle. Ich kann zum Beispiel bestimmen, ob ich mich über etwas aufrege oder nicht. Das Handlungsbedarfs-Signal verletzter Gefühle sagt dir möglicherweise, dass du deinen Kommunikationsstil ändern solltest. Niedergeschlagenheit ist ein Aufruf, der dir sagt, dass du möglicherweise deine Wahrnehmung ändern solltest.

Selbstreflexion ist wertvoll im Umgang mit deinen Gefühlen. Folgende Schritte helfen dir, ausgewogener mit deinen Gefühlen umzugehen:

1. Gefühle ergründen: Woher kommen sie?

2. Gefühle akzeptieren: Sie helfen mir!

3. Neugierig darauf sein, was das Gefühl sagen will: Konstruktiv oder destruktiv?

4. Gefühl mit Selbstvertrauen bewältigen: Ich bin nicht mein Gefühl!

5. Gefühl auch in Zukunft bewältigen: Wie erziele ich die gewünschte Wirkung?

6. Handeln: Erkenntnis → Umsetzen!

Deine Gefühle kannst du in Kategorien einteilen. Es gibt Gefühle, die Signale sind für Handlungsbedarf. Dazu zählen: Unbehagen, Angst, Gekränktheit, Wut, Frust, Enttäuschung, Schuld, Minderwertigkeit, Überforderung, Einsamkeit. Als Gegenmittel dafür stehen uns eine ganze Menge Emotionen zur Verfügung, die Kraft geben: Liebe, Wärme, Achtung, Dankbarkeit, Neugierde, Faszination, Leidenschaft, Entschlossenheit, Beharrlichkeit, Flexibilität, Selbstvertrauen, Fröhlichkeit, Vitalität, Gemeinsinn. Welche Gefühle suchst du? Was ist deine Reaktion auf Gefühle? Magst du sie, förderst du sie? Unterdrückst du sie und empfindest sie als Störfaktor? Oder fühlst du dich deinen Gefühlen eher ausgeliefert und wirst regelrecht von ihnen «überflutet»?


Emotionen gehören zu unserem menschlichen Wesen. Gott hat uns mit Gefühlen erschaffen. Wir lieben positive Gefühle wie Liebe, Freude, Hoffnung und Glück. Nicht so gerne mögen wir negative Gefühle wie Wut, Zorn, Trauer, Frust, Neid, Aggression, Angst oder Ohnmacht. Sie wollen uns runterziehen. Wenn wir unsere Emotionen ungebremst rauslassen, schaden wir uns selbst und anderen. «Werde nicht schnell zornig, denn nur ein Dummkopf braust leicht auf» (Prediger 7,9). Negative Emotionen sind wie ein inneres Frühwarnsystem. Es bringt nichts, diese Gefühle zu verdrängen oder zu ignorieren. Wir können sicher sein, dass sie sich immer wieder auf hartnäckige Art und Weise in unserem Leben zurückmelden.


Gott möchte, dass wir lernen, mit unseren Emotionen gut umzugehen. Möchtest auch du mit deinen Emotionen in eine stärkere Ausgeglichenheit gelangen? Ich stelle dir gerne ein paar Schritte vor, die dir dabei helfen, in eine gute Balance zu kommen: Ehrlich mit dir selbst zu werden, ist ein guter Anfang. «Der Herr gab dem Menschen den Verstand, um seine innersten Gedanken und Gefühle zu durchleuchten» (Sprüche 20,27).


Wenn du merkst, dass deine Emotionen in dir zu brodeln beginnen, dann verschaffe dir einen Moment der Beruhigung, des Durchatmens. Höre in dich hinein, identifiziere und benenne deine Gefühle. Überlege einen Moment, was du mit deinen Emotionen machen willst. Sprich mit Gott darüber und bitte ihn, seine Sicht aufzuzeigen.

In einem nächsten Schritt geht es darum, dich an die Wahrheit zu halten. Baue dein Leben nicht auf Gefühlen auf, sondern überwältige Gefühle mit Wahrheiten, die der Heilige Geist dir vermittelt: «Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung» (Galater 5,22–23).

Achte außerdem auf deine Gesundheit. Die emotionale und die körperliche Gesundheit hängen direkt zusammen. Wer übermüdet und gestresst ist, wer Hunger hat oder übersättigt ist, wird auch emotional nicht ausgeglichen sein. Ernähre dich gesund, trink ausreichend Wasser, bewege dich und schlafe genug. Das hilft gleichzeitig deiner emotionalen Stabilität.

Im letzten Schritt geht es darum, aus den Emotionen zu lernen. Manchmal benutzt Gott unsere Gefühle, um uns etwas beizubringen. Frage Gott, was er dir sagen möchte. Was möchte er uns durch seinen Heiligen Geist aufdecken?

Gottes Stimme zu hören und zu verstehen, bedingt gutes Zuhören und Vertrautheit. Allzu viele Emotionen könnten dem im Weg stehen. Achte deshalb auch bewusst auf die «leise Stimme» Gottes, indem du mit Besonnenheit und Vernunft auf deine Gefühle reagierst.


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